Repräsentativ? Könnt ihr haben.

2022
Eine neue Zensus-Erhebung in Deutschland. Gefragt wurde, wie viele Menschen in Deutschland leben, wie sie wohnen und arbeiten. Der Fragenkatalog will die Lebensverhältnisse erfassen, um Planungen von Bund, Ländern und Gemeinden entsprechend der ermittelten Bedarfe anzupassen.

Ein Problem:
Menschen, die weder feste Wohnungen noch Arbeits- oder gesicherte Bildungszugänge haben, die vielfältigen Benachteiligungen, gar Diskriminierungen, ausgesetzt sind, haben im Umfragesetting der Zensus-Erhebung keine Gelegenheit, über ihre spezifischen Situationen und Erfahrungen Auskunft zu geben. Was Menschen hindert, gut und sicher zu leben und an Gesellschaft mitzubauen, kann nicht mit den Zensus-Fragen eingekreist werden.

Eine Antwort:
Bei unserem Projekt Schattenzensus nehmen engagierte Akteur*innen aus gesellschaftlichen Gruppen mit mehrfachen Zugangshindernissen die Sache selbst in die Hand. Sie fragen ihre Peers und sich selbst, wie es um die Themen Wohnen, Arbeiten und das öffentliche und kulturelle Leben bei ihnen steht und organisieren Stellungnahmen.

Methoden der Vielfalt:
Der Austausch unterschiedlicher Lebensverhältnisse und Erfahrungen produziert Bilder – in den Ateliers der S27 entstehen gestaltete Erzählräume voll von Scherenschnitten, Puppen und Schattenfiguren. Sie sind sowohl Reflexion als auch künstlerisches Medium der Selbstbefragung und der Gespräche anderen.

Fotos: Nele Düll
Fotos: Luis Krummenacher

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