Stephan Neidert, Dozent in unserer Werkstatt, ist voll in seinem Element und weiß einiges zu erzählen: Wir stehen an den Holzstapeln auf dem Hof vom »Lehmann«. Zufällig treffen wir einen Auszubildenden, den er von früher kennt. Er kauft Holz. Auch Stephan ist hier einst für sein Gesellenstück fündig geworden. Das ist nicht schwer, bei der Vielfalt an Hölzern, die hier vorrätig sind.

Durch Hallen unterschiedlichster Furniere und Schnitthölzer führt uns Herr Ost. Aus einem Stamm werden schonmal 900 Quadratmeter Furnier, erklärt er uns. Wir lernen, dass die Stämme erst gekocht und gedämpft werden, damit die großen Messer schließlich die dünnen Scheiben von den Stämmen schälen können. Hier lagern aber auch dickere, gesägte Furniere höchster Qualität, edle Hölzer und so mancher echter Schatz. Ein Edelholzfurnier kann schon mal 45€ pro Quadratmeter kosten – man kann sich ausrechnen, was da ein Baum wert ist und versteht etwas besser, wieso wahre Holz-Mafias illegal Tropenholz fällen und verkaufen. In der EU gelten daher inzwischen strenge Regeln und Importauflagen und von manchen gefährdeten Arten dürfen nichtmal Restbestände verkauft werden – gut so!

Wir dürfen anfassen, den Geruch der Hölzer einatmen, ihre verschiedenen Maserungen begutachten und hören gespannt zu. Eine kleine Reise durch Hölzer aus aller Welt. Wir bleiben schön lokal und kaufen selbst sechs lange Bretter, oder „Schnittholz“ wie es richtig heißen muss: schönen dunklen Nussbaum, Rotbuche (wirklich sehr rot!), Eiche (der Klassiker), Esche, Ahorn und auch ein Nadelholz: Lärche. Daraus werden bald wunderbare Tische. Einer für den Eigenbedarf der S27 und zwei besondere Designertische, die wie man munkelt gegen Ende des Jahres zu ersteigern sein werden!

//Die ARRIVO BERLIN Übungswerkstätten sind ein Modellprojekt der S27 – Kunst und Bildung und Teil der Dachmarke ARRIVO BERLIN. Wir bereiten Geflüchtete auf den Arbeitsmarkt vor und arbeiten eng mit Berliner Betrieben zusammen. Die Projekte der Dachmarke ARRIVO BERLIN werden gefördert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales.

//Fotos: Luis Krummenacher