Wir haben ein Faible für offene Werkgelände, für Werkstätten und Labore, für Materialforschung und kreative Umdeutungen, für überraschende Lösungen inmitten scheinbarer Brachen, für gelebte Urbane Praxis, für das utopische Potential das in ungenutzten Orten liegt. Wir lieben die Baustellen, denn hier bekommen neue Pläne eine konkrete Form – seit ihren Anfängen sind wir aktiv in der Initiative Haus der Statistik.

Letzten Samstag, den 20. Juni 2020 war dort KO-Markt und das Haus der Materialisierung öffnete das erste Mal seine Pforten einer interessierten Öffentlichkeit. Die Lagerregale, die unter Mitwirkung unserer ARRIVO BERLIN Übungswerkstätten entstanden sind, füllten sich mit den Schätzen geschätzter Pioniernutzer*innen! Die Berliner Stadtmission bietet Überbleibsel von Berliner Wohnungsauflösungen, von verwunschen bis retro, Materialmafia („Müll ist eine Definitionsfrage!“) und KUNST-STOFFE – Zentralstelle für wiederverwendbare Materialien, praktisches Bau- und Werkmaterial, das auf den Weg zurück in Kreisläufe wartet, die es schon einmal durchlaufen hat.

Der Ort wächst und gedeiht. Nicht zuletzt der Gemeinschaftsgarten vom Sun Seeker e.V., aber auch verschiedene Werkstätten, die mit unterschiedlichsten gebrauchten und ausrangierten Materialien neues kreieren. Ein Kostümkollektiv Tür an Tür zu unserem Werkstattraum von PUSHBACK PRODUCTIONS in dem wir uns mit post- und neokolonialen Verstrickungen, Altkleiderhandel und Migration befassen. Ein Gang weiter eine Fahrradreparatur und -Upcycling und verschiedene Tüftler, die mit Licht, Strom und W-LAN hantieren und ihre eigenen Drohnen bauen.

Trotz des regnerischen Wetters fanden sich viele Interessierte ein. Fast zu viele, aber die moderate Schlange vor dem HdM wurde versüßt durch gerettete Lebensmittel und einen Stand mit Biogemüse aus der Region. Wer sich selbst ein Bild machen möchte: vorerst hat das Haus der Materialisierung jeden Mittwoch Nachmittag geöffnet!