Für die Präsentation des letzten Bildungsmanufaktur-Kurses waren wir im Wolf Kino. Denn es ist ein Film entstanden: »My Life«.

Junge Menschen unterschiedlicher Herkunftsländer haben sich zusammengefunden eine Lochkamera zu bauen. Die lange Belichtungszeit heißt innehalten. Eine Videokamera neben der Lochkamera zeigt uns dieses Innehalten, welches den Neuangekommenen Zeit gibt, uns ihre Geschichte zu erzählen. Wo sie herkommen und wie sie hierher kamen. Welche Zäsur das für ihr Leben bedeutet, welche Hindernisse sie überwunden haben und mit welchen sie heute konfrontiert sind. Was ihre Perspektive ist und was sie wollen. Die jungen Männer erzählen uns davon, während ein Foto von ihnen entsteht. Im Entwicklerbad erscheint vor unseren Augen ihr Porträt. Es wird zum trocknen aufgehängt und der nächste ist dran. Zwischendurch sehen wir private Handyvideos aus dem Leben der Filmemacher und Protagonisten – ihre Zimmer, wo sie wohnen, ihre Hobbies.

Wenn Menschen den Mut haben, sich so zu öffnen und das in einer Sprache, die sie gerade lernen, wenn es darüber hinaus gelingt, dass ein Film ihren Geschichten einen Raum gibt, in dem diese für sich stehen können, ohne auf bestimmte Effekte oder Affekte abzuzielen, oder anderweitig instrumentalisiert zu werden, dann ist das beachtlich und beeindruckend.

Normalerweise finden die hausinternen Präsentationen auch hausintern statt, aber wenn ein Film entsteht, ist ein Kino der passende Ort. Adama, Hoam, Michael, Mo, Mory und Mohamad haben mit den Bildungsmanufakturdozent*innen Kai Ehlers, Anne-Laure Mellier und Guillaume Neu–Rinaudo gebaut, belichtet, reflektiert, aufgenommen und gezeigt. Danke!

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Die Bildungsmanufaktur ist ein Projekt der S27 – Kunst und Bildung und wird gefördert durch: Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und Deutsche Kinder- und Jugendstiftung

Fotos: S27 – Kunst und Bildung / Luis Krummenacher